288 Seiten
Gebunden 

Knaus Verlag
München 2017

 

WAS ALLES WAR

Für ihre Eltern war Susa das lange ersehnte Kind, es fehlte ihr an nichts. Dass sie adoptiert wurde, hat sie nie gestört. Als erwachsene Frau verspürt sie zwar eine leichte Neugier auf die leibliche Mutter, aber als sie Viola kennenlernt, ist diese für sie eine Fremde. Doch das Treffen setzt mehr in Bewegung als vermutet. Die Frage, was Familie eigentlich ausmacht, erhält für Susa eine neue Bedeutung, auch, weil sie sich in Henryk verliebt, der zwei Töchter mit in die Beziehung bringt. 

In ihrem neuen Roman begibt sich Annette Mingels literarisch auf die Spur unseres prägendsten und faszinierendsten Beziehungsgeflechts: der Familie. Sie erzählt von den vielen Spielarten moderner Beziehungen und davon, was Familie heute ausmacht, von Nähe und Geborgenheit, von Distanz und Konkurrenz, von der Unmöglichkeit, einander ganz und gar zu verstehen, von der Brüchigkeit des Ganzen, aber auch von seiner Belastbarkeit.


Auch als Audio-CD (7 CDs) im Hörverlag erhältlich, gelesen von Ulrike Tscharre.

 
 

176 Seiten
Gebunden 

DuMont Buchverlag
Köln 2010

 

TONTAUBEN

Eine Insel in der Nordsee. Hier leben Anne und David mit zwei Kindern. Eines Nachts kommt ihre vierzehnjährige Tochter ums Leben. Yola war auf dem Fahrrad unterwegs, als sie angefahren wurde. Vom Täter gibt es keine Spur. Die Ehe der Eltern droht an der Trauer zu zerbrechen, die Mutter flüchtet sich in ein Verhältnis mit ihrem Psychologen. Zeitgleich findet eine Tagung auf der Insel statt. Dort lernen Esther und Frank sich kennen, beide sind verheiratet. Aus anfänglicher Skepsis entwickelt sich eine Affäre. Als es Zeit wäre, heimzufahren, bleiben sie: hin- und hergerissen zwischen Schuldgefühlen und der Faszination für ihre neue Leidenschaft. An ihrem letzten Abend auf der Insel kommt es zum Streit. ›Tontauben‹ erkundet sprachmächtig und treffend die Tiefe menschlicher Beziehungen in Schmerz und Leidenschaft.

 

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193 Seiten
Gebunden 

DuMont Buchverlag
Köln 2007

 

ROMANTIKER, GESCHICHTEN VON DER LIEBE

Simon und Simone sind Zwillinge, doch sie haben einander nie kennen gelernt. Als Simon die verlorene Schwester ausfindig macht, treffen sie sich in London und werden vom Gefühl überwältigt, zueinander zu gehören. Es fühlt sich an wie Liebe – oder wie Begehren. Simone reist ab, doch bald darauf steht ihr Bruder vor der Tür und verlangt, hereingelassen zu werden. Soll sie öffnen?

Ihre Romane haben Annette Mingels als Meisterin der psychologischen Beobachtung bekannt gemacht, die mit „vibrierender Spannung" (Deutschlandfunk) die Mechanismen der Liebe aufdeckt. Sie beherrscht die Kunst, ihre Figuren schonungslos einander auszuliefern. In ihren Geschichten spitzt Annette Mingels diese Gabe eindrucksvoll zu: Mit größter Intensität erzählt sie von der Liebe und ihrer Unmöglichkeit. Sie erzählt vom Chaos der Geschlechter, von Lüge und Geheimnis, vom Verlangen und von dem, was Liebe anrichtet – illusionslos, fesselnd, verführerisch. Für ihre Erzählungen erhielt Annette Mingels zahlreiche Auszeichnungen.

 

 

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166 Seiten
Gebunden 

DuMont Buchverlag
Köln 2006

 

DER AUFRECHTE GANG

Annette Mingels’ Heldin Ruth erzählt klarsichtig und illusionslos das Leben im Unvollkommenen: an der Seite des älteren Mannes und voller Sehnsucht nach dem jüngeren. Mit großer Souveränität und reich an Beobachtungen fügt „Der aufrechte Gang" die großen Gegenstände der Literatur – Tod und Liebe, Glauben und die Frage nach Aufrichtigkeit – zu einer eindrucksvollen Geschichte.

Ruth ist Ende dreißig, als ihr Mann stirbt. Sven war ihr ehemaliger Kunstgeschichts-Professor, er hätte ihr Vater sein können. Als seine Krankheit ausbricht, wünscht er weiterzuleben wie bisher. So geben beide vor, in ihrem ruhigen, von kleinen Lügen durchzogenen Dasein ändere sich nichts.

Mit Svens Tod beginnt Ruths Leben von neuem. Sie bricht auf zu einer England-Reise mit ihrer Jugendfreundin Simone, die sie seit der Hochzeit nicht gesehen hat – die Freundin ertrug den neuen Mann an ihrer Seite nicht. Auch William kommt mit, Simones siebzehnjähriger Sohn, den Ruth bei ihrer letzten Begegnung noch als Baby im Arm hielt.

In den Tagen ihrer Fahrt wächst zwischen Ruth und William eine Zuneigung, die unübersehbar wird. William ist überzeugt, dass sie zueinander gehören, doch Ruth hadert mit dem Unterschied ihrer Jahre. Als sie dennoch zusammenkommen, beginnt eine unmögliche Verbindung.


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346 Seiten
Gebunden 

DuMont Buchverlag
Köln 2005

 

DIE LIEBE DER MATROSEN

Die Liebe der Matrosen gibt es auch an Land – als flüchtige Suche nach Nähe. Klara ist Anfang zwanzig, als sie erfährt, dass ihr Freund sie mit ihrer besten Freundin Sylvie betrügt. Sylvie reiht wie betäubt einen Mann an den anderen – bis sie einem verfällt, der ihr Vater sein könnte. Auch Klaras Eltern kennen die Flüchtigkeit der Liebe, stürzen sich in Abenteuer oder versuchen einen Neuanfang. Auf Ausbrüche der Lust folgt die erschrockene Frage nach dem Preis des Glücks, das Abwägen zwischen Verlangen und Verzicht. 

Vier Menschen erzählen ihre Lebens- und Liebesgeschichten, die vielfältig miteinander verflochten sind. Im Spiel der Beziehungen ist nie gewiss, wer gewinnt und wer verliert. 

Mit großem erzählerischem Können und außerordentlichem Einfühlungsvermögen legt Annette Mingels’ Roman das Leben von vier Menschen bloß, die sich im Auf und Ab von Hoffnung und Enttäuschung verstricken. Besessen von der Suche nach dem ersehnten Glück entgleiten ihnen die Bindungen von Familie und Freundschaft. So treiben sie, ihrer Illusionen und Unschuld beraubt, wie Schiffbrüchige ohne Aussicht auf Rettung.

 

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196 Seiten
Gebunden 

Zytglogge Verlag Bern 2003

 

PUPPENGLÜCK

Inga wurde gerade verlassen. Von Paul, Theaterregisseur und schon ein bisschen älter, kurz: vom Traum einer jeden Studentin der Theaterwissenschaften. Inga war ein bisschen schneller als Sandra. Sandra war zwar auch in Paul verliebt, der aber erst später in Sandra, als die Geschichte mit Inga -- nach immerhin fünf Jahren -- vorbei war. Ach, und Inga war immer ein bisschen in Sandra verliebt, verlobt gar nach einem schüchternen Kuss auf die Nase, "weil ich mich an ihren Mund nicht wagte".

 

400 Seiten
Gebunden 

Böhlau Verlag
Köln Weimar Wien, 2003

 

DÜRRENMATT UND KIERKEGAARD. DIE KATEGORIE DES EINZELNEN ALS GEMEINSAME DENKFORM

„Ohne Kierkegaard bin ich als Schriftsteller nicht zu verstehen.“ Wiederholt äußerte sich Friedrich Dürrenmatt in Interviews und Reden, in poetologischen und autobiographischen Aufzeichnungen zur kierkegaardschen Philosophie. Ohne Zweifel ist die Wirkung der Religionsphilosophie Sören Kierkegaards (1813-1855) nicht nur auf die Theologie und Philosophie, sondern auch auf die europäische Dichtung seit Ende des 19. Jahrhunderts von großer Bedeutung. Die Autorin weist systematisch nach, dass Parallelen zwischen Kierkegaard und Dürrenmatt nicht nur in theologischer und stiltheoretischer Hinsicht, sondern auch im philosophischen wie politischen Denken beider Autoren bestehen. Dabei wird der 'gemeinsame Nenner' der Denkformen Kierkegaards und Dürrenmatts benannt: Die 'Kategorie des Einzelnen'. Der 'Einzelne' ist hierbei als Inbegriff des subjektiv Existierenden zu verstehen, dessen Dialektik darin besteht, ebenso der 'Einzige von Allen' wie 'Jedermann', ebenso Vereinzelter wie Teil der Allgemeinheit zu sein. In der Überschreitung des rein literaturwissenschaftlichen Diskurses in Richtung Philosophie, Theologie, Geschichte und Soziologie wird zugleich ein grundsätzliches Verständnis beider Autoren gefördert.